Geschäftsbericht 2022

Erläuterungen zur HHLA AG auf Basis HGB

Der Jahresabschluss der Hamburger Hafen und Logistik Aktiengesellschaft (HHLA AG) wird im Gegensatz zum Konzernabschluss nicht nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), sondern nach den Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt.

Gesellschaft im Ãœberblick

Struktur und Geschäftstätigkeit

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist ein führender europäischer Hafen- und Logistikkonzern. Die HHLA AG ist die Muttergesellschaft des HHLA‑Konzerns und steuert den Konzern als strategische Management-Holding. Das operative Geschäft wird von 36 inländischen und 27 ausländischen Tochtergesellschaften und Beteiligungen betrieben. Im Geschäftsjahr 2022 erweiterte die HHLA ihren Konsolidierungskreis zum Ausbau und zur Optimierung ihres Intermodalgeschäfts und zur Ausweitung ihrer digitalen Aktivitäten. Aufgrund eines Insolvenzverfahrens wurde eine Gesellschaft aus dem Segment Logistik entkonsolidiert. Darüber hinaus wurden keine wesentlichen rechtlichen oder organisatorischen Veränderungen vorgenommen.

Die rechtlich selbstständige HHLA AG wurde im Rahmen des Börsengangs am 2. November 2007 in die beiden Teile A‑Sparte und S-Sparte aufgeteilt. Die A‑Sparte repräsentiert den Teilkonzern Hafenlogistik. Die an der Börse notierten A‑Aktien vermitteln eine Beteiligung allein am Ergebnis und Vermögen dieser Geschäftsaktivitäten. Die Entwicklung und das wirtschaftliche Ergebnis des Teilkonzerns Immobilien werden der S-Sparte zugerechnet. Die S-Aktien werden nicht an der Börse gehandelt und befinden sich vollständig im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH). Im unwahrscheinlichen und bisher nicht vorgekommenen Fall eines Verlusts im Teilkonzern Immobilien würde dieser gemäß einem separat abgeschlossenen Verlustausgleichsvertrag mittelbar durch die FHH übernommen.

Personal

Die Anzahl der Beschäftigten in der HHLA AG betrug am 31. Dezember 2022 insgesamt 1.014 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (im Vorjahr: 1.027). Davon waren 218 Lohnempfänger (im Vorjahr: 234), 726 Gehaltsempfänger (im Vorjahr: 721) sowie 70 Auszubildende (im Vorjahr: 72). Von den 1.014 Beschäftigten wurden im Berichtsjahr 364 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Gesellschaften innerhalb des HHLA‑Konzerns entsandt.

Wirtschaftliches Umfeld

Die Entwicklungen der Branche und der Gesamtwirtschaft entsprechen im Wesentlichen denen des HHLA‑Konzerns.

Ertragslage

Wesentliche Kennzahlen

in Mio. €

 

2022

 

2021

 

Veränderung

Umsatzerlöse

 

138,5

 

143,1

 

- 3,2 %

Sonstige Erträge und Aufwendungen

 

- 181,4

 

- 195,7

 

7,3 %

Betriebsergebnis

 

- 42,9

 

- 52,6

 

18,4 %

Finanzergebnis

 

- 6,7

 

- 23,4

 

71,4 %

Beteiligungsergebnis

 

114,9

 

157,5

 

- 27,0 %

Ertragsteuern

 

- 18,1

 

- 19,5

 

7,2 %

Jahresüberschuss

 

47,2

 

62,0

 

- 23,9 %

Die Umsatzerlöse der HHLA AG resultierten im Wesentlichen aus der Weiterbelastung von Personalkosten für entsandtes Personal der Holding an die ausgegliederten Unternehmensbereiche in den Segmenten Container und Logistik sowie aus der Verrechnung administrativer Dienstleistungen und Leistungen für IT-Systeme, die in der HHLA AG gebündelt sind. Im Berichtsjahr betrugen die Umsatzerlöse 138,5 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 143,1 Mio. â‚¬). Die Reduzierung um 4,6 Mio. â‚¬ resultierte im Wesentlichen aus Dienstleistungsverrechnungen mit Tochtergesellschaften der HHLA AG.

Die sonstigen Erträge und Aufwendungen entlasten das Ergebnis im Vorjahresvergleich um zusätzlich 14,3 Mio. â‚¬. Dies resultierte im Wesentlichen aus im Vorjahr erhöhten Wertberichtigungen auf Finanzanlagevermögen sowie im Berichtsjahr verminderten planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens.

Die Verbesserung des Finanzergebnisses gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf zinsinduzierte Rückstellungsveränderungen zurückzuführen.

Die Entwicklung des Beteiligungsergebnisses ist im Wesentlichen auf die Beendigung eines Ergebnisabführungsvertrages aufgrund von Steuerrechtsänderungen zurückzuführen. Die ergebniswirksam vereinnahmten Jahresüberschüsse aus den Tochtergesellschaften und Beteiligungen der HHLA AG haben sich im Vorjahresvergleich um 42,6 Mio. â‚¬ auf 114,9 Mio. â‚¬ reduziert (im Vorjahr: 157,5 Mio. â‚¬).

Die ausgewiesenen Ertragsteuern werden maßgeblich durch die Beendigung eines Ergebnisabführungsvertrages aufgrund von Steuerrechtsänderungen bestimmt.

Der Jahresüberschuss ist als Ausschüttungsbemessungsgrundlage die wesentliche Steuerungsgröße für die HHLA AG und betrug im Berichtsjahr 47,2 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 62,0 Mio. â‚¬). Davon entfallen auf die A‑Sparte 38,1 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 53,8 Mio. â‚¬) und auf die S-Sparte 9,1 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 8,2 Mio. â‚¬).

Das von der Prognose abweichende Jahresergebnis begründet sich im Wesentlichen durch das Ausbleiben eines Buchgewinns aus dem erwarteten Vollzug eines Anteilsverkaufs.

Soll-Ist-Vergleich

in Mio. €

 

Ist 2022

 

Ist 2021

 

Prognose 2022

Jahresüberschuss

 

47,2

 

62,0

 

auf Vorjahresniveau

Vermögenslage

Bilanzstruktur

in Mio. €

 

31.12.2022

 

31.12.2021

Aktiva

 

 

 

 

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

 

33,3

 

31,5

Finanzanlagen

 

469,8

 

460,4

Sonstige Aktiva

 

848,0

 

816,8

Bilanzsumme

 

1.351,1

 

1.308,7

 

 

 

 

 

Passiva

 

 

 

 

Eigenkapital

 

502,8

 

515,7

Rückstellungen für Pensionen

 

334,8

 

342,7

Sonstige Passiva

 

513,5

 

450,3

Bilanzsumme

 

1.351,1

 

1.308,7

Eigenkapitalquote in %

 

37,2

 

39,4

Anlagenintensität in %

 

2,5

 

2,4

Die Restbuchwerte der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens betrugen zum Bilanzstichtag 33,3 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 31,5 Mio. â‚¬). Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen betrugen im Berichtsjahr 5,6 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 5,3 Mio. â‚¬). Der Investitionsschwerpunkt lag dabei auf dem Ausbau der IT-Landschaft.

Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich im Wesentlichen infolge der eingangs beschriebenen Erweiterung des Konsolidierungskreises, der Begebung von Ausleihungen sowie gegenläufiger Wertberichtigungen um insgesamt 9,4 Mio. â‚¬ auf 469,8 Mio. â‚¬.

Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Jahresende 2021 um 12,9 Mio. â‚¬ vermindert. Die Reduzierung ist auf die Ausschüttung der Bardividende in Höhe von 60,1 Mio. € sowie dem Jahresüberschuss in Höhe von 47,2 Mio. â‚¬ zurückzuführen.

Entwicklung der Pensionsrückstellungen

in Mio. €

 

2022

 

2021

Bilanzwert am 01.01.

 

342,7

 

334,8

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand

 

11,3

 

27,1

Rentenzahlungen

 

- 19,2

 

- 19,1

Bilanzwert am 31.12.

 

334,8

 

342,7

Die HHLA AG bewertet die Ansprüche aus bestehenden Pensionsverpflichtungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren „Projected Unit Credit Method“. Dabei erfolgt die Zuordnung künftiger Leistungen im Verhältnis der bereits zurückgelegten zu der bis zum Eintritt des jeweiligen Versorgungsfalles möglichen Dienstzeit. Zusätzlich werden die künftig zu erwartenden Renten- und Entgeltsteigerungen berücksichtigt. Für das Berichtsjahr wird ein von der Deutschen Bundesbank vorgegebener durchschnittlicher Marktzins der vergangenen zehn Jahre von 1,78 % (im Vorjahr: 1,87 %) angewandt. Dabei wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei der Pensionsrückstellung pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Die Pensionsrückstellung betrug zum Bilanzstichtag 334,8 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 342,7 Mio. â‚¬).

Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im Berichtsjahr 117,0 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 18,0 Mio. â‚¬). Er war wesentlich durch das Betriebsergebnis und vereinnahmte Beteiligungsergebnisse geprägt. Der Cashflow reichte im Berichtsjahr aus, um die Investitionen zu finanzieren.

Der Finanzmittelfonds setzte sich im Rahmen bestehender Cash-Pool-Verträge aus Forderungen gegenüber Tochtergesellschaften in Höhe von 374,5 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 260,9 Mio. â‚¬), liquiden Mitteln in Form von Bankguthaben in Höhe von 59,7 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 103,3 Mio. â‚¬), davon kurzfristige Einlagen bei Kreditinstituten in Höhe von 20,0 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 65,0 Mio. â‚¬), sowie Clearing-Forderungen gegenüber der Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH, Hamburg (HGV), in Höhe von 75,0 Mio. â‚¬ (im Vorjahr: 82,5 Mio. â‚¬) zusammen. Die HHLA AG ist mit der S-Sparte in das Cash-Clearing-System der HGV einbezogen. Die A‑Sparte nutzt darüber hinaus die Möglichkeit, Liquiditätsüberschüsse bei der HGV anzulegen, soweit dies für die HHLA AG vorteilhaft ist.

Liquiditätsanalyse

in Mio. €

 

2022

 

2021

Finanzmittelfonds am 01.01.

 

446,7

 

466,7

Cashflow aus laufender Tätigkeit

 

117,0

 

18,0

Cashflow aus Investitionstätigkeit

 

- 21,4

 

- 37,2

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

 

- 33,1

 

- 0,8

Finanzmittelfonds am 31.12.

 

509,2

 

446,7

davon ggü. Tochtergesellschaften

 

374,5

 

260,9

davon liquide Mittel

 

134,7

 

185,8

Risiko- und Chancenbericht

Die Geschäftsentwicklung der HHLA AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des HHLA‑Konzerns. An den Risiken ihrer Tochterunternehmen und Beteiligungen partizipiert die HHLA AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote.

Die HHLA AG als Mutterunternehmen des HHLA‑Konzerns ist in das konzernweite Risiko- und Chancenmanagementsystem eingebunden. Im Kapitel Risiko- und Chancenmanagement des zusammengefassten Lageberichts erfolgt die nach § 289 Abs. 4 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems. Risiko- und Chancenmanagement

Prognosebericht

Ausblick

Die Erwartungen für die HHLA AG spiegeln sich aufgrund ihrer Verflechtungen mit den Konzerngesellschaften und ihres Gewichts im Konzern in der Prognose des Konzerns wider. Es wird erwartet, dass die für den HHLA‑Konzern getroffenen Aussagen zur Markt- und Umsatzentwicklung sich im Wesentlichen in den Umsatzerlösen der HHLA AG widerspiegeln werden. Darüber hinaus wird das Ergebnis der HHLA AG im nächsten Jahr durch einen Buchgewinn aus dem erwarteten Vollzug eines Anteilsverkaufs bestimmt. Prognosebericht

Erwartete Ertragslage 2023

Auf Basis der im Prognosebericht des Konzerns erwarteten Ertragslage des HHLA-Konzerns und der vorherigen Ausführungen geht die HHLA AG insgesamt von einem Jahresüberschuss auf Vorjahresniveau aus. Auch für die HHLA AG ist eine verlässliche Prognose aufgrund der im Prognosebericht des Konzerns beschriebenen unsicheren Rahmenbedingungen weiterhin nicht möglich.

Erwartete Vermögens- und Finanzlage 2023

Auf Basis der im Prognosebericht des Konzerns beschriebenen liquiditätssteuernden Maßnahmen geht die HHLA AG von einer weiterhin stabilen Finanzlage aus.

Dividende

Die Gewinnverwendung der HHLA AG orientiert sich wie im Vorjahr an der Ergebnisentwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Bilanzgewinn und eine stabile Finanzlage stel­len dabei die Grundlage für eine Fortsetzung der kommunizierten Ausschüttungspolitik dar.

IFRS
International Financial Reporting Standards
Investitionen
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie in immaterielle Vermögenswerte

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